Es ist nie zu spät für Weiblichkeit

Vor einiger Zeit kam eine 79-jährige Frau zu mir in die Praxis.
Sie kam, weil sie sich mit einem Thema beschäftigen wollte, das sie viele Jahrzehnte ihres Lebens weit von sich geschoben hatte:
ihre Weiblichkeit und ihre Sexualität.

Sie hatte in ihrem Leben sexuelle Gewalt und Vergewaltigung erfahren. Lange war es für sie nicht möglich, sich diesem Teil ihrer Geschichte wirklich zuzuwenden. Doch in den letzten zehn Jahren begann sich etwas zu verändern. Sie spürte den Wunsch, sich selbst, ihren Körper und ihre Weiblichkeit noch einmal neu kennenzulernen.

Nun wollte sie eine Maya-Arvigo-Massage ausprobieren – nicht, weil etwas an ihr „repariert“ werden sollte, sondern weil sie wieder mehr fühlen und in Kontakt mit ihrem Bauch und ihrem Körper kommen wollte.

Ich fand diese Begegnung tief berührend.

Denn sie hat mich wieder daran erinnert, dass es niemals zu spät ist, sich selbst neu zu begegnen.
Nicht zu spät, um den eigenen Körper wieder zu spüren.
Nicht zu spät, um Weiblichkeit neu zu entdecken.
Und auch nicht zu spät, um sich mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen.

Unser Körper trägt so vieles in sich. Manchmal brauchen wir Jahre oder Jahrzehnte, bis wir bereit sind, ihm wieder zuzuhören.

Für mich kennen Weiblichkeit und Sexualität kein Altersgrenze und keine bestimmte Lebensphase. Sie verändert sich mit uns – und darf immer wieder neu entdeckt werden.

Es ist nie zu spät, wieder mehr bei sich selbst anzukommen.

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